Wer steckt dahinter?

Die Bürgergemeinschaft und der Kulturtreff Roderbruch

Initiator und somit verantwortlich für die Clownswohnung im Wohnprojekt für Flüchtlinge ist der Kulturtreff Roderbruch, eine Stadtteilkultureinrichtung im Herzen des Roderbruchs. Dieser wird von der Bürgergemeinschaft Roderbruch e.V. getragen.

Die Bürgergemeinschaft Roderbruch e.V. wurde 1982 im Hochhausviertel Hannover-Roderbruch gegründet. Ziel des Vereins war und ist, im neu entstandenen Quartier die Interessen der Bewohner/-innen zu vertreten sowie Kommunikation und Lebensqualität im Stadtteil zu fördern.

Seit 1984 trägt der Verein ein Stadtteilkulturzentrum, den Kulturtreff Roderbruch. Im Laufe der Jahre wurde mit viel ehrenamtlichem Engagement eine lebendige Stadtteilkulturarbeit aufgebaut. Ein besonderes Anliegen der Bürgergemeinschaft ist es, die sozial benachteiligten Menschen im Stadtteil zu fördern. 51 % der Kinder im Quartier sind arm, 2/3 haben einen Migrationshintergrund. Der Verein beschäftigt derzeit 5 Hauptamtliche und über 40 Honorarkräfte. Der Verein hat 110 Mitglieder, 35 Ehrenamtliche sind engagiert. Die Stadt Hannover fördert den Verein mit einer jährlichen Beihilfe für zwei Hauptamtliche. Zum Angebot gehören Musikunterricht, Kurse, Chöre, Theatergruppe, Ausstellungen, Projekte, Jugendbands, eine offene Kunstwerkstatt, Lesungen, Konzerte, Vorträge, Flohmärkte, Ferienangebote, Angebote im Ganztag von Schulen, Sprachförderangebote für Kitakinder und seit 2005 die Clownswohnung, die zunächst in einem Hochhausblock am Osterfelddamm ansässig war. Seit September 2017 befindet sich die neue Clownswohnung im Wohnprojekt für Flüchtlinge direkt am Roderbruchmarkt. Wir haben diese Clownswohnung als Raum der Begegnung und der kulturellen Integration eröffnet.

Das Besondere ist, dass unser Verein mit seinem kulturellen Projekt „Clownswohnung“ direkt in einem Wohnprojekt für Flüchtlinge verortet ist, „wir“ sind sozusagen Teil der Flüchtlingsunterkunft. Wir kommen nicht von außen, sondern wir laden als Bewohner/ Nachbar in unsere Wohnung ein. Näher kann man seiner Zielgruppe kaum sein. Damit können wir „zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“, d.h. wir konnten mit der neuen Clownswohnung den Stadtteilkindern das seit Jahren bewährte Spielangebot erhalten und zusätzlich einen Raum schaffen, in dem sich Geflüchtete und Beheimatete begegnen können.

Da nun neben dem offenen Spielangebot für Kinder zusätzlich noch kulturelle Angebote für Erwachsene in unserer Wohnung stattfinden, die für Geflüchtete und Beheimatete offen sind, ist dies ein beispielhafter Ansatz für Integrationsarbeit mit kulturellen Mitteln.